Am 29.09.11 war es für die ersten 13 Tauchvorfreudigen endlich soweit – Ägypten zum Greifen nah. Nach zweistündiger Autofahrt durch das dunkel-kalte Deutschland, sollte am Flughafen Frankfurt die deutsche Bürokratie noch einmal zuschlagen. Ein nicht umgeschriebener Reisepass führte zu einer nächtlichen 'Blitzscheidung', zumindest für die Dauer von zwei Wochen. Nach einer halben Stunde Papierkrieg und damit verbunden einigen Euro weniger in der Tasche, hob dann das Flugzeug ohne weitere Vorkommnisse ab und wir landeten nach 4,5 Stunden, um 08.00 Uhr, endlich in Hurghada. Am Ende einer kurzen Busfahrt kamen wir letztendlich im Hotel Sol Y Mar, Makadi Bay, unserem Zuhause für die nächsten zwei Wochen, an. Nach dem Einchecken und dem Begrüßungscocktail bezogen dann 11 von uns ihre Zimmer. Die beiden Letzten konnten es den anderen dann nach 1,5 Stunden endlich gleichtun.
Nach kurzer Erholungspause wurde sich natürlich sofort der Tauchorganisation auf der Basis der Extra Divers gewidmet. Dank der bereits vorangegangenen Organisation waren nur noch Kleinigkeiten zu klären und so wurde schon für den Nachmittag der obligatorische Check-Dive am Hausriff festgelegt. Dieser erste Tauchgang war Entschädigung für den Stress und Schlafmangel der letzten 24 Stunden. So bot uns allein dieser erste kurze Ausflug in die Unterwasserwelt Ägyptens einen farbenreichen und vielfältigen Vorgeschmack auf das, was uns die nächsten zwei Wochen erwarten sollte.
Bereichert mit neuen Eindrücken und froh, endlich wieder in 'unserem Element' gewesen zu sein, wurden dann auch die Tauchausfahrten für die nächsten drei Tage geklärt, um dann ab 19.00 Uhr gemeinsam das Abendbüffet zu stürmen.
Am Samstag und Sonntag, nach frühem Aufstehen um 06.30 Uhr und einem reichhaltigen Frühstück, trafen wir uns um 08.00 Uhr an der Tauchbasis um gegen 08.30 Uhr (zuzüglich eingerechneter ägyptischer Pünktlichkeit) mit dem Boot zur Tagesfahrt aufzubrechen. An den Tauchplätzen konnten wir daraufhin in angenehm warmem Wasser (28°C) schöne Tauchgänge genießen. Auch unsere Schnorchler hatten genügend Zeit den Einblick in die schillernde Unterwasserwelt zu genießen, die sich ihnen an unseren Tauchplätzen bot.
Wie bereits an den vorausgegangenen Tagen ging es Montag um 08.30 Uhr auf's Boot. Allerdings war an diesem Tag der Wind etwas stärker, was nicht nur Auswirkungen auf die Wellen, sondern auch auf die Mägen einiger Mitfahrer haben sollte … Damit diese sich anschließend etwas erholen konnten, wurde der Dienstag als 'tauchfreier Tag' eingeplant. Dadurch konnte dieser Tag unter anderem dazu genutzt werden, weitere sieben, an diesem Tag anreisende Clubmitglieder, entspannt zu empfangen. Da auch an den darauf folgenden Tagen der Wind immer noch nicht ganz abgeflaut war, wurden von Crew und Guide eher 'magen-freundliche' Tauchplätze in der Makadi Bucht angefahren. Diese waren aufgrund ihrer Lage windgeschützt und eröffneten uns so die Möglichkeit, manche Riffe im Rahmen von Drift-Tauchgängen zu betauchen (zwei davon endeten mit einem 'Pick-Up').
Nachdem am Donnerstag weitere drei Clubmitglieder ankamen, waren wir endlich vollzählig. Von Vorteil erwiesen sich bei der Tauchgangsplanung für die kommende Woche nicht nur die große Anzahl der Clubmitglieder, sondern auch die vor dem Urlaub getroffenen Absprachen mit der Tauchbasis. So wurde uns daher vom Tauchbasisleiter von Donnerstag bis Montag ein eigenes Tauchboot mit Besatzung zur Verfügung gestellt. Dadurch entfiel ab diesem Tag das Be- und Entladen der Tauchausrüstung und wir konnten uns bei Crew und Boot bald fast richtig 'zuhause' fühlen. Ebenfalls konnten, in Absprache mit unserem Guide, der uns wie die Crew in diesem Zeitraum begleiten sollte, und dafür extra seinen Urlaub verschoben hatte (dafür an dieser Stelle nochmals ein großes 'Dankeschön') Tauchplätze angefahren werden, die wir gerne betauchen wollten.
Aufgrund der geographisch-günstigen Lage der Makadi Bay, konnten ohne besonders weite Strecken mit dem Boot zurücklegen zu müssen, sowohl Tauchziele in Hurghada, also auch in Safaga angefahren werden. Hier sahen wir uns beeindruckend großen Muränen gegenüber, konnten das majestätische Äußere der Rotfeuerfische bewundern und aus nächster Nähe die fast schon unheimliche Größe mancher Napoleonfische bestaunen.
Für den Montag waren dann ein Tauchgang an der Salem Express sowie einer am Panorama Reef geplant. Aufgrund der langen Fahrtzeit und der damit verbundenen frühen Abfahrt wurde auf dem Boot gefrühstückt. Dort hatte die Crew ein leckeres Frühstück gezaubert, das nicht nur aus dem bestand, was der Durchschnittseuropäer kennt, sondern das auch einige lokale Köstlichkeiten bereithielt. An der Salem Express angekommen, zeigte sich, dass sich das frühe Aufstehen bezahlt gemacht hatte. So waren wir eines der ersten Boote vor Ort, was dazu führte, dass die Taucher auch unter Wasser das Wrack fast für sich alleine hatten. Auch für die Schnorchler war das riesige Wrack ein besonderes Erlebnis, denn im glasklaren Wasser war es auch 30 m 'weiter oben' problemlos möglich, die vielen Details des Schiffes zu erkennen. Nach einem ausführlichen und abwechslungsreichen Mittagessen, das die Crew für uns zauberte, konnten wir frisch gestärkt den zweiten Tauchplatz anfahren. So beendeten wir den zweiten Tauchgang des Tages am Panorama Reef nachmittags ebenfalls entspannt und ohne zu großes Gedränge unter Wasser.
Als letzte große Tour wurde von uns am Dienstag die sogenannte 'Delphintour' nach Shab El Erg unternommen. Und tatsächlich, die Delphine waren da, was sowohl Taucher als auch Schnorchler erfreute. Hautnah hatten wir die Chance mit den großen friedlichen Tieren zu schwimmen und sie ganz aus der Nähe zu erleben.
Da die Abreise bereits am Freitag anstand, wurde für Mittwoch und Donnerstag keine große Tour mehr geplant. Einige nutzten ihren Tauchurlaub noch voll aus, um Mittwoch am Hausriff zu tauchen. Der Rest nutzte den Strand zur Entspannung oder den nahegelegenen Aquapark, mit seiner Vielzahl von Rutschen, um sich wagemutig auf vielerlei Weise in die Tiefe zu stürzen.
Neben dem Tauchen in den 14 Tagen kam natürlich auch das Gemütliche nicht zu kurz. Spätestens am Abend trafen sich alle wieder zum gemeinsamen Abendessen (teilweise mit feinem Rotwein) und Plaudern, was vom Servicepersonal Logistikkompetenzen in Bezug auf das Um- und Zusammenstellen von Tischen erforderte. Immerhin sollten an die lange Tafel 23 schlemmende Clubmitglieder passen.
Nach einem verspätetem Abflug am Freitag kamen wir dann in Frankfurt an, wo sich die Wege für die Heimfahrt trennen sollten und so langsam der Alltag wieder begann.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es für alle eine gelungene 'Clubfahrt mit anschließendem Urlaub' war. Allerdings mussten Mittaucher, die einige Tauchplätze bereits in den Jahren zuvor betaucht hatten, feststellen, dass trotz ihrer Schönheit, die einzigartige Unterwasserwelt Ägyptens unter dem Tauch-(Massen-)Tourismus gelitten hat.
Ein großes Lob und Dankeschön gilt an dieser Stelle nochmals den Organisatoren für die Zeit und Mühe, die sie bereit waren zu investieren, damit wir einen entspannten Urlaub genießen konnten.
Lisa und Markus